Die Architektur der Atmung – Biologie, Biochemie und die unsichtbare Struktur der Resilienz

Künstlerische Doppelbelichtung eines Frauenprofils im Wald; der Bronchialbaum ist als verzweigte Eiche mit geometrischen Messlinien dargestellt.

Die Architektur der Atmung – Biologie, Biochemie und die unsichtbare Struktur der Resilienz

Von Susanne Reither, MBA

Zusammenfassung: Die Biologie der Resilienz-Architektur

Strategische Analyse der Atmung als Performance- und Gesundheitsfaktor

Die Atmung ist die einzige vitale Funktion des autonomen Nervensystems, die sowohl unbewusst abläuft als auch bewusst gesteuert werden kann. In der Struktur-Diagnostik nach Reither betrachten wir die Atmung nicht nur als Gasaustausch, sondern als den zentralen biologischen Blueprint für die Belastbarkeit eines Systems.

Kern-Erkenntnisse der Analyse:

Die biochemische Paradoxie (Bohr-Effekt): Eine optimale Sauerstoffversorgung der Zellen (CO2) ist zwingend an eine ausreichende Konzentration von Kohlendioxid (CO2) im Blut gebunden. Chronische Überatmung (Stress-Atmung) führt zu einem CO2-Mangel, wodurch der Sauerstoff am Hämoglobin „kleben“ bleibt – das Gewebe hungert trotz hoher Sättigung.

Hardware-Effizienz (Nasenatmung): Die Nase fungiert als biochemischer Reaktor. Durch die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) in den Nebenhöhlen wird der Gefäßwiderstand gesenkt und die Sauerstoffaufnahme um bis zu 15–20 % gesteigert. Mundatmung hingegen signalisiert dem System einen permanenten Alarmzustand.

Neuronale Steuerung (Vagus-Fokus): Der Atemrhythmus ist die „Fernbedienung“ für den Nervus Vagus. Durch gezielte Exspiration wird der Parasympathikus aktiviert, was die Herzfrequenzvariabilität (HRV) erhöht und die emotionale Reaktivität der Amygdala dämpft.

Ökonomische Relevanz (E-Mail-Apnoe): Dysfunktionale Muster wie das unbewusste Anhalten des Atems bei Bildschirmarbeit („E-Mail-Apnoe“) führen zu kognitiven Leistungseinbußen, erhöhten Cortisolspiegeln und langfristigen strukturellen Verspannungen der Atemhilfsmuskulatur.

Diagnostisches Fazit:

Die Messung der individuellen CO2-Toleranz (via BOLT-Test) liefert eine objektive Kennzahl für den aktuellen Status der Stressresistenz. Ein optimiertes Atemsystem ist die Voraussetzung für mentale Klarheit, physische Regeneration und eine stabile Resilienz-Architektur.

Zielsetzung:

Transformation von unbewusster Stress-Dysfunktion hin zu einer effizienten, biologisch verankerten Selbstregulation.

Die Atmung ist weit mehr als ein bloßer Reflex. Sie ist die einzige vitale Funktion unseres autonomen Nervensystems, die wir sowohl unbewusst geschehen lassen als auch bewusst steuern können. Damit bildet sie die zentrale Schnittstelle zwischen Körper und Geist – eine biologische Architektur, die über unsere Leistungsfähigkeit, unsere emotionale Stabilität und unsere langfristige Gesundheit entscheidet. In der Waldfein® Struktur-Diagnostik betrachten wir die Atmung als den „biologischen Blueprint“, der uns verrät, wie belastbar ein System tatsächlich ist.

1. Die Hardware: Anatomie und die Mechanik des Lebens

Querschnitt der menschlichen Atemwege mit Markierung von Nasenhöhle, Nebenhöhlen, Luftröhre und dem Zwerchfell.
Struktur der Atmung: Von der Stickstoffmonoxid-Produktion in der Nase bis zum Zwerchfell-Antrieb.

Der Prozess beginnt mit der sogenannten äußeren Atmung (Lungenatmung). Dieser Vorgang beschreibt die Aufnahme von Sauerstoff (O2) aus der Umgebungsluft und die Abgabe von Kohlendioxid (CO2) an diese. Gesteuert wird dieses komplexe Zusammenspiel vom Atemzentrum im Hirnstamm, das autonom und ununterbrochen Impulse an die Atemmuskulatur sendet.

Die Reise der Atemluft

Sauerstoffreiche Luft strömt über Mund, Nase und Rachen in die Luftröhre. Idealerweise erfolgt dieser Einstrom primär über die Nase. Hier wird die Luft nicht nur angewärmt und angefeuchtet, sondern durch feinste Flimmerhärchen gereinigt. Ein oft unterschätzter Faktor der Nasenatmung ist die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO). Dieses Gas wird zu 25 % in den Nasennebenhöhlen produziert (Lundberg, 1995) und wirkt stark gefäßerweiternd, was die Sauerstoffaufnahme in der Lunge signifikant verbessert.

Wissenschaftliche Illustration eines Kopf-Querschnitts, der die Produktion von leuchtenden NO-Partikeln in den Nasennebenhöhlen zeigt.
Stickstoffmonoxid: Die körpereigene Apotheke in den Nebenhöhlen.

Bei der Ruheatmung, die leider bei vielen Menschen zu einer reinen Brustatmung degeneriert ist, helfen zusätzlich die Rippenhebermuskeln an den Halswirbeln mit. Eine Fehlbelastung dieser Hilfsmuskulatur führt jedoch häufig zu den typischen Nackenverspannungen (M. scaleni), die wir oft fälschlicherweise rein ergonomischen Ursachen zuschreiben (Cefalì et al., 2025)

Doch hier beginnt bei vielen die architektonische Fehlplanung: Durch Dauerstress und langes Sitzen verlernen wir die Bauchatmung. Wir werden zu „Hochatmern“. Statt des Zwerchfells nutzen wir die kleine Hilfsmuskulatur an den Halswirbeln (die sogenannten Mm. scaleni), um den Brustkorb bei jedem Atemzug mühsam nach oben zu ziehen (Cefalì et al., 2025).

Die Quittung: Chronische Nackenverspannungen und Spannungskopfschmerz. Wer 20.000 Mal am Tag seine Schultern „hochzieht“, darf sich nicht wundern, wenn der Nacken hart wie Beton wird. Es ist kein ergonomisches Problem Ihres Bürostuhls – es ist ein mechanisches Problem Ihrer Atmung.

Transfer: Der unsichtbare Performance-Dieb im Büro: Haben Sie sich heute schon dabei ertappt, wie Sie vor dem Bildschirm unbewusst den Atem anhalten? In der Struktur-Diagnostik nennen wir das ‚E-Mail-Apnoe‘. Jedes Mal, wenn Sie den Atem anhalten oder nur flach in den oberen Brustkorb atmen, signalisieren Sie Ihrem Gehirn: Gefahr! Die Folge sind kalte Hände, ein verspannter Nacken und ein massiver Einbruch Ihrer Konzentrationsfähigkeit. Effektive Atmung ist kein Wellness-Thema – sie ist das Betriebssystem für Ihren Fokus.

2. Die Biochemie: Der Gasaustausch und die Paradoxie des Sauerstoffs

Wissenschaftliches Diagramm der Sauerstoff-Bindungskurve von Hämoglobin (Bohr-Effekt) mit Rechts- und Linksverschiebung.
Die CO2-Brücke: Warum die Sauerstoffabgabe an Ihre Zellen von der Kohlendioxid-Konzentration abhängt.

Sobald der Sauerstoff die Alveolen erreicht, beginnt die innere Atmung (Gewebe- oder Zellatmung). Der Sauerstoff diffundiert in die Kapillaren und bindet sich an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen. Doch hier begegnen wir einer biochemischen Gesetzmäßigkeit, die über Sieg oder Niederlage in der Resilienz entscheidet: dem Bohr-Effekt.

Der Bohr-Effekt: Warum CO2 kein Abfall ist

Entgegen der landläufigen Meinung ist Kohlendioxid nicht einfach ein giftiges Abfallprodukt. Es ist der Schlüssel, der den Sauerstoff aus dem Blut in die Zellen lässt. Der Bohr-Effekt besagt, dass Hämoglobin Sauerstoff nur dann effizient an das Gewebe abgeben kann, wenn eine ausreichende Konzentration an CO2 im Blut vorhanden ist (Malte et al., 2018).

Wer zu viel atmet (chronische Hyperventilation), wäscht zu viel CO2 aus. Die Folge: Das Blut ist zwar zu 99 % mit Sauerstoff gesättigt, aber dieser bleibt am Hämoglobin „kleben“ und erreicht weder das Gehirn noch die Muskeln. Wir ersticken gewissermaßen bei vollen Speichern. Dieser biochemische Prozess erklärt, warum wir uns bei Stress oft benommen fühlen, obwohl wir tief und schnell einatmen.

So funktioniert der „Sauerstoff-Raub“:

Unser Blut ist meist zu fast 100 % mit Sauerstoff gesättigt. Aber: Damit das Hämoglobin diesen Sauerstoff auch an das Gehirn und die Muskeln abgibt, benötigt es einen gewissen Anteil an CO2 im Blut.

  • Haben wir genug CO2: Das Hämoglobin lässt den Sauerstoff „los“, und Ihre Zellen können Energie produzieren.
  • Atmen wir zu viel (Stressatmung): Wir waschen das wertvolle CO2 aus. Der Sauerstoff „klebt“ förmlich am Blut fest und erreicht Ihre Zellen nicht.

Das Ergebnis ist der berüchtigte „Brain Fog“: Sie fühlen sich benommen und müde, obwohl Sie tief einatmen. Sie verhungern gewissermaßen bei vollen Speichern, weil Ihnen der chemische Schlüssel fehlt.

Die Rolle des pH-Werts

Die Atmung ist das primäre Werkzeug des Körpers, um den pH-Wert des Blutes in einem extrem engen Fenster stabil zu halten. Steigt der CO2-Spiegel, sinkt der pH-Wert (das Blut wird saurer). Chemorezeptoren in der Aorta registrieren dies sofort und senden den Befehl zur Atmung. Nicht Sauerstoffmangel triggert den Atemreiz, sondern der Anstieg von Kohlendioxid (Zhou et al., 2024).

Mikroskopische Ansicht eines roten Blutkörperchens (Hämoglobin), das Sauerstoffteilchen abgibt, während es Kohlendioxid bindet.
Warum Kohlendioxid der Schlüssel zur Sauerstoffversorgung ist.

Transfer: Warum ‚tief durchatmen‘ oft das Gegenteil bewirkt

Vielleicht kennen Sie das: Sie fühlen sich erschöpft und versuchen, durch tiefes, schnelles Einatmen neue Energie zu tanken. Doch die Biochemie (Bohr-Effekt) lehrt uns: Wer im Stress zu viel atmet, wirft den chemischen ‚Schlüssel‘ (CO2) weg, der den Sauerstoff erst in die Zellen lässt. Das Ergebnis: Ihr Blut ist voll mit Sauerstoff, aber Ihr Gehirn und Ihre Muskeln ‚verhungern‘ paradoxerweise. Wahre Regeneration entsteht nicht durch mehr Luft, sondern durch die richtige chemische Balance.

3. Die neuronale Vernetzung: Atmung als Fernbedienung des Gehirns

Anatomische Darstellung des Verlaufs des Nervus Vagus vom Gehirn über Herz und Lunge bis zu den Bauchorganen.
Die neuronale Verbindung: Wie der Vagusnerv Ihre Organe mit dem Gehirn vernetzt.

Die Atmung ist die direkte Leitung zum autonomen Nervensystem. Jeder Atemzug sendet Signale an den Nervus Vagus, den Hauptnerv des Parasympathikus (unser Ruhe-System). Während die Einatmung leicht aktivierend wirkt (Sympathikus), aktiviert die Ausatmung die Bremse des Körpers (Magnon et al., 2021).

Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Resilienz

Ein gesundes System zeichnet sich durch eine hohe Herzfrequenzvariabilität aus. Das bedeutet, das Herz beschleunigt beim Einatmen minimal und verlangsamt beim Ausatmen (Respiratorische Sinusarrhythmie). Diese Flexibilität ist ein direkter Marker für unsere emotionale Belastbarkeit (Ernst, 2017).

Dies ist besonders für Menschen mit Angststörungen oder Burnout-Symptomatik relevant, da die Amygdala – unser Angstzentrum – unmittelbar auf die Atemfrequenz reagiert. Eine Nasenatmung wirkt hierbei stabilisierend auf den Hippocampus und verbessert nachweislich die Gedächtnisbildung (Feinstein et al., 2022; Shin/Liberzon, 2011; Liu et al., 2021).

Transfer: Die Fernbedienung für Ihr Stresszentrum

Angst und Unruhe sind keine rein psychischen Phänomene – sie sind tief in Ihrer Biologie verwurzelt. Wenn Ihr Atemrhythmus außer Kontrolle gerät, feuert Ihre Amygdala (das Angstzentrum) pausenlos Alarmsignale. Die gute Nachricht: Über den Vagusnerv haben Sie eine direkte Fernbedienung für Ihr Gehirn in der Hand. Durch eine gezielte Verlängerung der Ausatmung zwingen Sie Ihr System biologisch in die Ruhe – egal, wie turbulent es im Außen gerade zugeht.

4. Dysfunktionale Muster: Wenn die Struktur bricht

Wenn das System der Atmung dauerhaft gestört ist, sprechen wir von einer Dyspnoe (Atemnot). Die Ursachen können pathologisch sein (Asthma, COPD, Herzinsuffizienz), doch in unserer modernen Leistungsgesellschaft ist die psychogene Atemnot durch Stress und Angststörungen auf dem Vormarsch.

Die Gefahr der Mundatmung

Gegenüberstellung einer Frau mit angespannter Brustatmung am Laptop und einer geerdeten Person mit tiefer Bauchatmung im Wald.
Die physische Manifestation von Stress im Alltag.

Ein besonders kritischer Aspekt in der ist die chronische Mundatmung. Sie entzieht dem Körper nicht nur die Vorteile des Stickstoffmonoxids, sondern verändert bei Kindern sogar die physische Entwicklung des Kiefers und des Gesichts (Lin et al., 2022). Im Erwachsenenalter korreliert sie häufig mit Schnarchen und Schlafapnoe, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv erhöht (Lin et al., 2022).

Zudem beobachten wir Phänomene wie die „E-Mail-Apnoe“ – das unbewusste Anhalten des Atems während der Arbeit am Bildschirm. Dies versetzt den Körper in einen permanenten, niederschwelligen Alarmzustand (Hypoxie), der langfristig die mitochondrialen Kraftwerke unserer Zellen schädigt.

5. Den Status erkennen: Wo steht Ihr System?

In der Reitherschen Wissenswelt lehren wir, dass man nur verändern kann, was man zuvor gemessen hat. Die biologische Effizienz Ihrer Atmung lässt sich objektiv bestimmen. Ein zentraler Indikator hierfür ist die CO2-Toleranz. Sie gibt Aufschluss darüber, wie effizient Ihr Körper Sauerstoff verwerten kann und wie schnell Ihr Nervensystem auf Stressoren reagiert.

Es ist faszinierend zu sehen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen etwa 600 Millionen Atemzügen entspricht. Die entscheidende Frage für Ihre persönliche Resilienz-Architektur ist jedoch nicht, wie viele Atemzüge Sie noch haben, sondern welche Qualität diese besitzen.

Anatomische Darstellung des Gehirns und des Vagusnervs; beruhigende Blau-Grün-Töne für Entspannung im Kontrast zu rotem Stress-Netzwerk.
Die Balance zwischen Sympathikus (Alarm) und Parasympathikus (Ruhe).

Um den Übergang von der Theorie in die Praxis zu finden, ist eine fundierte Bestandsaufnahme unerlässlich. Bevor wir uns in den folgenden Artikeln dieser Serie den Techniken zur Regulation widmen, müssen wir Ihren individuellen Ausgangspunkt definieren. Nur wer seinen „biologischen Ist-Zustand“ kennt, kann gezielt an seiner mentalen und physischen Stärke arbeiten.

Ein Smartphone mit einer Audiowellen-Grafik neben einer gedruckten Waldfein-Scorecard auf einem natürlichen Holzstumpf.

Die Mathematik der Ruhe: Warum Ihr „innerer Rauchmelder“ über Ihren Erfolg entscheidet

Kennen Sie das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen, obwohl es objektiv keinen Grund dafür gibt? Sie sitzen am Schreibtisch, trinken Ihren Kaffee, und trotzdem klopft Ihr Herz ein bisschen zu schnell. Ihr Kopf fühlt sich benebelt an („Brain Fog“), und bei der kleinsten zusätzlichen Aufgabe fühlen Sie sich überfordert.

Die meisten Menschen suchen die Lösung in Zeitmanagement-Seminaren oder Meditations-Apps. Doch die Ursache liegt oft tiefer: In der Chemie Ihres Blutes.

Das Geheimnis der CO2-Toleranz

In Ihrem Hirnstamm sitzt ein winziger Messfühler – Ihr persönlicher biochemischer Rauchmelder. Seine Aufgabe ist es zu messen, wie viel Kohlendioxid (CO2) in Ihrem System ist.

Das Paradoxon: Wir brauchen CO2, damit der Sauerstoff (O2) überhaupt aus dem Blut in unsere Zellen und in unser Gehirn gelangen kann. In der Wissenschaft nennen wir das den Bohr-Effekt.

Das Problem: Wenn wir durch Dauerstress chronisch zu viel oder zu flach atmen, wird dieser Rauchmelder extrem scharf eingestellt. Er schlägt bereits Alarm, wenn eigentlich noch alles sicher ist.

Die Folge: Ihr Körper schaltet auf „Überlebensmodus“. Ihre Gefäße verengen sich, Ihr Gehirn bekommt weniger Sauerstoff, und Sie fühlen sich gestresst, ängstlich und erschöpft – völlig egal, wie sehr Sie sich mental bemühen, ruhig zu bleiben.

Messen statt Raten: Der BOLT-Test

Resilienz ist keine vage Charaktereigenschaft. Sie ist eine messbare Zahl. Der BOLT-Test (Body Oxygen Level Test) ermittelt auf die Sekunde genau, wie stabil Ihr biochemisches Fundament wirklich ist.

  • Ein niedriger BOLT-Wert ist die physikalische Erklärung für Ihre schnelle Reizbarkeit und Ihre Konzentrationslöcher.
  • Ein hoher BOLT-Wert ist die biologische Voraussetzung für jene beneidenswerte Gelassenheit, die wir bei Top-Athleten und Krisenmanagern bewundern.

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Atem Audit
Atem Audit

Die Synergie: Warum Chemie und Mechanik Hand in Hand gehen

Der BOLT-Test hat Ihnen nun eine präzise mathematische Antwort auf die Frage gegeben, wie sensibel Ihr „biochemischer Rauchmelder“ eingestellt ist. Doch Daten allein verändern noch keine Biologie. Um Ihren Wert nachhaltig zu steigern und die $CO_2$-Toleranz zu erhöhen, müssen wir eine Ebene tiefer gehen: zur Mechanik Ihres Atems.

Stellen Sie sich die Biochemie (Ihren BOLT-Wert) als die Software Ihres Systems vor. Wenn diese Software ständig Fehlermeldungen ausspuckt, liegt das oft an einer fehlerhaften Hardware – also an der Art und Weise, wie Ihr Zwerchfell und Ihr Brustkorb zusammenarbeiten.

Das fehlende Puzzleteil: Das Respiratory Baseline Audit (RBA)

In meinem Basis-Artikel „Der Atem-Code: Die Biomechanik hinter Ihrer Resilienz“ entschlüsseln wir genau diese Hardware. Während der BOLT-Test den Zustand misst, zeigt das RBA-Audit die Ursachen auf.

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Literaturverzeichnis und wissenschaftliche Belege

Cefalì, A., Santini, D., Lopez, G., Maselli, F., Rossettini, G., Crestani, M., Lullo, G., Young, I., Dunning, J., De Abreu, R., & Mourad, F. (2025). Effects of Breathing Exercises on Neck Pain Management: A Systematic Review with Meta-Analysis. Journal of Clinical Medicine, 14. https://doi.org/10.3390/jcm14030709.

Ernst, G. (2017). Heart-Rate Variability—More than Heart Beats?. Frontiers in Public Health, 5. https://doi.org/10.3389/fpubh.2017.00240.

Feinstein, J., Gould, D., & Khalsa, S. (2022). Amygdala-driven apnea and the chemoreceptive origin of anxiety. Biological Psychology, 170. https://doi.org/10.1016/j.biopsycho.2022.108305.

Lin, L., Zhao, T., Qin, D., Hua, F., & He, H. (2022). The impact of mouth breathing on dentofacial development: A concise review. Frontiers in Public Health, 10. https://doi.org/10.3389/fpubh.2022.929165.

Liu, S., Ye, M., Pao, G., Song, S., Jhang, J., Jiang, H., Kim, J., Kang, S., Kim, D., & Han, S. (2021). Divergent brainstem opioidergic pathways that coordinate breathing with pain and emotions. Neuron, 110, 857-873.e9. https://doi.org/10.1016/j.neuron.2021.11.029.

Lundberg, J., Farkas-Szallasi, T., Weitzberg, E., Rinder, J., Lidholm, J., Änggåard, A., Hökfelt, T., Lundberg, J., & Alving, K. (1995). High nitric oxide production in human paranasal sinuses. Nature Medicine, 1, 370-373. https://doi.org/10.1038/nm0495-370

Magnon, V., Dutheil, F., & Vallet, G. (2021). Benefits from one session of deep and slow breathing on vagal tone and anxiety in young and older adults. Scientific Reports, 11. https://doi.org/10.1038/s41598-021-98736-9.

Malte, H., & Lykkeboe, G. (2018). The Bohr/Haldane effect: a model-based uncovering of the full extent of its impact on O2 delivery to and CO2 removal from tissues.. Journal of applied physiology, 125 3, 916-922 . https://doi.org/10.1152/japplphysiol.00140.2018.

Ochs, M., Nyengaard, J., Jung, A., Knudsen, L., Voigt, M., Wahlers, T., Richter, J., & Gundersen, H. (2003). The number of alveoli in the human lung.. American journal of respiratory and critical care medicine, 169 1, 120-4 . https://doi.org/10.1164/rccm.200308-1107oc             

Shin, L., & Liberzon, I. (2011). The Neurocircuitry of Fear, Stress, and Anxiety Disorders. Neuropsychopharmacology, 35, 169-191. https://doi.org/10.1038/npp.2009.83.

Zelano, C., Jiang, H., Zhou, G., Arora, N., Schuele, S., Rosenow, J., & Gottfried, J. (2016). Nasal Respiration Entrains Human Limbic Oscillations and Modulates Cognitive Function. The Journal of Neuroscience, 36, 12448 – 12467. https://doi.org/10.1523/jneurosci.2586-16.2016.

Zhou, Y., Wang, X., Du, W., He, H., Wang, X., Cui, N., & Long, Y. (2024). The level of partial pressure of carbon dioxide affects respiratory effort in COVID-19 patients undergoing pressure support ventilation with extracorporeal membrane oxygenation. BMC Anesthesiology, 24. https://doi.org/10.1186/s12871-023-02382-9.

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